Milena Song / JAZ Rostock
September 12, 2006

Eine neue Eventreihe in Rostock aufzuziehen ist meistens schwer. Ignoranz des Publikums, Selbstzerhackstückelung der Veranstalter und die stetig fallende und steigende Motivation der Mitstreiter machen die Verwirklichung solch einer Idee oftmals nicht gerade einfach.
Das Ganze dann auch noch an einem Sonntag Abend durchziehen zu wollen, ist schon sehr mutig.
Die erste Augabe von “Sonntags im Sitzen” scheint jedoch eine gelungene Premiere geworden zu sein. Das Konzept (welches ich jetzt einfach mal so interpretiere), ruhige, entspannte Musik zu spielen, die man sitzend mit seinen Freunden geniessen kann, schien aufzugehen. Erinnerungen an alte JAZ - Kinomontage kamen sozusagen hoch. Auch die Wahl des Wochentages schien nicht abschreckend zu sein. Gibt ja auch genug arbeitslosen Pöbel in MV, und der will ja auch unterhalten werden.
Milena Song bot dagegen eher weniger Überraschungen. Und das darf jetzt ruhig positiv gewertet werden. Wer leicht verspielte, verfrickelte Musik auf dezentem Großstadt - Elfen - Niveau erwartet hat, war genau richtig. Die Idee des live sampelns ist zwar nicht neu, wurde aber trotzdem liebevoll umgesetzt . Und wenn dann auch noch eine Melodika zum Einsatz kommt, kann so ein Konzert ja eigentlich gar nicht schlecht sein. Nur schade, dassdie Künstler den ganzen Abend über mit der recht eigensinnigen JAZ - Technik zu kämpfen hatten. Sonst wäre da sicherlich noch viel mehr drin gewesen.
Kurzum: Ein netter Konzertabend ohne grosse Überraschungen. Gelohnt hat es sich bestimmt.
Mehr Bilder auf: www.ktv-zone.de
Der Rückblick zur Schau: Finn & Monoland / MAU Club Rostock
September 11, 2006

Es fällt mir verdammt nochmal schwer, etwas zu schreiben. Mittlerweile ist das der dritte Anfang dieser Review, und ein altes ungeschriebenes Gesetz lautet: “Wenn du nicht weisst, worüber du schreiben sollst, dann schreib wenigstens darüber.” Irgendwann kommt dann die Erleuchtung, der Knoten platzt und alles sprudelt aus dir heraus. Nunja…
Ziemlich überrasschend empfand ich schon das Ankommen im MAU Club. Dieser war ungewöhnlicherweise recht gut gefüllt. “Gefüllt” ist hierbei allerdings relativ zu sehen. Immerhin passen rund 1000 Leute in den Schuppen. Und die schätzungsweise 200 anwesenden Besucher reichten dann gerade, den vorderen Bereich der Tanzfläche zu füllen. Für eine Indie Night Live jedoch ist das schon eine ganze Menge. Applaus, Applaus!
Monoland jedenfalls haben diesen auch verdient. Zwar Fehlanzeige, was eine Knallerperformence oder steile Ansagen anging, aber Schuster, bleib bei deinen Leisten und spiel uns was vor. Und so war das dann auch anno 2006 im MAU: Ein nicht zu ruhiger Auftritt, eine Schau schöner Melodien und beruhigender Vocals vs. lauter Gitarre. schön anzuhören, auf jeden Fall. Mitwippen und Zugabe inklusive.
Thema Zugabe: Bei Finn gab es keine. man muss allerdings auch sagen, dass der vielgerühmte Funke niemals übergesprungen ist. Finn, na klar: tolle Musik und alles. Und was will man mehr? Nette Samples, beruhigender Singsang, ein Typ mit ner’ Gitarre und Piratenkostüm? Das sollte ja eigentlich für einen netten Konzertabend reichen. Woran hats also gelegen? Das schummrige Licht und die damit verbundene “minimalistische” Performance? Wohl kaum. Wer erwartet auch mehr von einem 1 - Mann - Projekt? Da gehts halt ruhiger her auf der Bühne. Musikalisch war das natürlich alles schön anzuhören, aber im Grunde genommen hätte man sich auch das Album zuhause in den eingestaubten CD-player legen, die Augen schließen und Bier trinken können. Pauschal kann man also gar nicht sagen, wo jetzt das Problem lag: Ob der Künstler nicht mit dem Publikum, oder das Publikum nicht mit dem Künstler konnte. ich glaube ja, dass es ein ganz großer Fehler ist, wenn man während eines Konzertes weder Augen noch sonstige Teile des Gesichtes des Künstlers sehen kann. Da ging eine Menge an Emotionen und Stimmung verloren. Demzufolge gabs auch keine Zugabe, und ich denke, dass beide: Publikum und Künstler froh waren, den Auftritt halbwegs gut überstanden zu haben.
Mehr Fotos gibts auf www.ktv-zone.de
Geh zu Finn, sieh die Welt!
September 8, 2006
http://www.finnmusic.com
So siehts aus. Heute Abend im MAU Club zu Rostock. Und wenn man vorher noch Lust auf was anderes hat, sollte man sich Monoland auch nicht entgehen lassen. Das wird sowieso leise und verträumt. Und wenn man dann schon dabei ist, kann man das Schlafen gleich ganz lassen und stattdessen Frisurengucken während der darauffolgenden Indie-Night praktizieren. Für die Idealisten unter euch: Mehr hat das ganze Indie-Ding nämlich nicht zu bedeuten.
Raus aus der Disko, rein in die Pilze!
September 5, 2006

Ein kleiner Tipp zum Herbstanfang:
Wer wie ich in der ehemaligen DDR aufgewachsen ist, kennt das alljährliche Ritual der Pilzjagd. Zu beißen gab es damals bekanntlich wenig und schon damals lebte man nach dem Motto: “Lieber giftige Pilze als gar keine Pilze.” Heutzutage hat sich das natürlich erledigt. Pilze gibts für 35cent, 3. Wahl, dazu PET - Bier.
So sei den getreuen Lesern dieser Seiten geraten: Anfang September ist die beste Zeit zum Pilze sammeln… all die leckeren Steinpilze, Maronen usw. wachsen zu dieser Jahreszeit, ist es doch besonders feucht und trotzdem relativ warm. Man sollte allerdings wissen, wo. Nicht, daß man mit seinem Messer und Korb stundenlag umsonst durch die Wälder streift und am Ende nichts hat, ausser nasser Füße. Die derzeit wachsenden Pilze verstecken sich bevorzugt in Nadelwäldern. In Laubwälder sollte man sich also erst im Oktober wagen. Besonders unter Farnen scheinen sich größere Ansammlungen von Pilzen zu befinden. Ob diese giftig sind oder nicht entnehme man dann bitte sehr dem kompetenten Pilzbuch, dass in keinem Haushalt fehlen sollte.
Der kompetente Pilzblog No-Fidelity empfiehlt folgende Suchgebiete:
- Wald zwischen Rövershagen und Graal - Müritz, möglichst in der Nähe der Bahnschienen
- Südlich von Rostock in Stäbelow
- Die Wälder rund um Bad Doberan sowie leicht südlich bei Kröpelin
Desweiteren sei allen Pilzinteressierten folgendes Event vorgeschlagen: Landespilzausstellung am 30.09 /01.10 im botanischen Garten Rostock. Für Dankesworte zum Nichterwähnen der Beatles in diesem Artikel ist die Kommentarfunktion wie immer vorzüglich geeignet. Und wer sich jetzt fragt:”Hä? Warum schreibt der hier so ‘nen Quatsch? Ich denk, hier gehts ums Internetz.”, dem sei geantwortet: Das Leben besteht aus mehr als nur Pommes und Disko!
Figurines Part 2!
September 4, 2006

Wo eine Vorschau ist, da gibt es oftmals auch einen Rückblick. So auch zum Figurines Konzert in Rostock am 01.September 2006. Der regelmäßige Leser weiß, was jetzt kommt: Pöbeleien über Club und Publikum, Geschichten mit und über zuviel Alkohol und die Musik wird nur am Rande mal erwähnt.
Beachtenswert ist aber auf jeden Fall, daß ich es um ersten Mal seit Monaten wieder - mehr oder weniger - pünktlich zu einem Konzert geschafft habe. Eigentlich ja selbstverständlich, aber das allgemeine Slackertum während der Sommermonate lässt halt niemanden kalt. Diese sind jedenfalls vorbei, Die Landtagswahlen stehen vor der Tür und ein kleiner, unbedeutender Teil der Wahlberechtigten lungert in abgedunkelten Clubs herum, anstatt im Libanon für unser aller Wohl zu kämpfen. Band - wie auch publikumstechnisch lief das jedenfalls alles ganz routiniert ab. Auch die Figurines kamen um den allseits beliebten Mecklenburger Halbkreis nicht herum, und so sehr ich ihn auch hasse, muss ich auch immer wieder anerkennend feststellen, dass gerade dieser Halbkreis Platz zum Tanzen und freie Sicht auf die Band gewährt. Vielleicht machen die Leute das ja auch extra nur für mich. Musikalisch gab es wenig Überraschungen. Wer das aktuelle Figurines Album mag, wurde sicherlich nicht enttäuscht. Ganz straighter Indie - Rock der alten Schule. Sehr schön war im Übrigen auch ein weiteres Mal die Beleuchtung des MAU - Club. Jederzeit passend zur Musik und immer farblich auf die teiten Poloshirts eingestellt. Wenn man jetzt noch Maul machen möchte, dann höchstens über die Wiederkehr der Schnauzbärte und den viel zu hohen Anteil an übermßig engen Röhrenhosen. Aber das ist dann eher ein demografisches Problem. Im übrigen hat sich dann doch festgestellt, daß die Herren von der Band recht umgängliche Mitmenschen sind. Die Dänen gelten ja eher verschlossen. Nur zu einem Besuch von “Willis Kiosk” waren die teiten Boys nicht mehr zu überreden. Ist ja auch schwer so ein Rockerleben.
Bleibt zu hoffen, dass der 1. September neben dem meteorologischen Herbstanfang auch eine kleine Wende in der Rostocker Konzertlandschaft ist. Die angekündigten Konzerte von Finn, Sometree und The Horror, The Horror sprechen sicherlich dafür.