Chumbawamba auf der Stubnitz
April 30, 2007
Am letzten Freitag machte ich mir den Spaß und besuchte so gegen 17 Uhr den Vorplatz des MAU Clubs, um zu schauen, wie sich hunderte Jugendliche zu Marketingzwecken von Coca-Cola instrumentalisieren lassen. Gut, zu der Zeit waren es erst ein paar Dutzend. Lustig anzuschauen war die ganze Schose mit dem Cola-Stand und den wohl irgendwie hip wirkenden rot gefärbten W-LAN Terminals allemal. Also alles wie erwartet und weg da.
Mir war schon Wochen vorher klar, dass ich das dazugehörige Konzert von We Are Scientists nicht besuchen und stattdessen Chumbawamba und Bettina Schelker auf der Stubnitz live sehen würde. Man kommt ja langsam in die Jahre und von kostenlosen Promo-Shirts lass ich mich schon lange nicht mehr locken. Dann doch lieber Folk.
Die Kombination Hauptact Chumbawamba und Bettina Schelker als Vorband habe ich bereits vor etlichen Jahren in Rostock live gesehen und war schon damals absolut hingerissen von der grossartigen Österreicherin Bettina Schelker und verfolgte ihre weitere Karriere daher digital in Form ihres regelmässigen Newsletters.
Auch Chumbawamba waren damals schon groß für mich, ganz besonders abgesehen von ihrem einzigen wirklichen Hit “Tubthumping”, der vielleicht ab - und an auf Oldieparties als Partyknaller gespielt wird, der mit dem eigentlichen politischen und kulturellen Vermächtnis der Gruppe jedoch eher weniger zu tun hat.
Und so ging dann auch der Abend dahin: Nach Bettina Schelker, die ihr etwa dreiviertelstündiges Songwriterin - Set routiniert spielte und leider und zu Unrecht dafür keine Zugaberufe erntete, folgten Chumbawamba mit einer Akustikcollage englischer Arbeiterklassen - und Revolutionsstücke, beginnend im 14. Jahrhundert bis in unsere Zeit. Darunter befanden sich wunderbarerweise auch einige Eigenkompositionen. Chumbawamba stammen ja nicht umsonst aus der Hausbesetzerszene Englands. Auch wenn die 5 Damen und Herren mittlerweile älter und vor allem gediegener aussehen.
Was dort also musikalisch geboten wurde - im weitesten Sinne Folkmusik - passte dann auch altersmässig ganz gut zum anwesenden Publikum. Mit meinen fast 24 Lenzen fühlte ich mich dann doch sichtlich jung.
Sowas hat aber auch was ganz gutes. Da fühlt man sich gleich ein wenig reifer und besser sowieso als all die Wodka-Cola trinkenden Erstsemester im MAU Club.
Auf so 5 - Stimmigen Gesang mit verrücktem Aktzent und Schifferklavier hat man als Jugendlicher von Welt ja eh keine Böcke drauf.
Polemik, Polemik!
Ein Rückblick… zurück!
April 23, 2007

Antifolk ist jetzt da. Geht hoffentlich auch nicht mehr weg und überhaupt mus das gross werden. Noch viel grösser. Heutzutage der Fernseher anzumachen und kulturell erweitert werden? Pustekuchen. Was da als pseudoalternativer Mist nicht nur über die ehemaligen Musiksender, sondern auch an Soundtracks durch 15Watt - TV - Lautsprecher in unsere Gehörgänge verwurstet kommt, ist schon lange nicht mehr das, womit man sich als geistig und kreativ eigenständiger Mensch identifizieren kann. Das beginnt bei Jack Johnson, geht über John Mayer rüber zu Adam Green und Konsorten.
Zeit also für ein Gegenkonzept.
Dieses nennt sich Antifolk und stammt (natürlich) aus Brooklyn (irgendwo in New York). Und wo heutzutage bei Singer / Songwritern das unbedingte Bedürfnis nach dem perfekten Popsong und der geschliffensten Produktion beherrscht, findet man im Antifolk die Antithese dazu.
Unperfekte Musik, Lo-Fi und DIY - Attitüde sind da wohl die richtigen Stichworte, um eine poptheoretische Eingrenzung herzustellen.
So langsam scheint das ganze auch in Rostock anzukommen, gab es doch am letzten Freitag in Zusammenarbeit mit den Prosanova - Leuten ein wunderschönes Konzert mit 3 Vertretern des Genre auf der Stubnitz.
Angefangen mit dem Berliner Heiko Gabriel und seines Solo - Projektes Le Horror Me, welches leider ein wenig kurz, jedoch sehr aussdrucksstark war. Hätt’ ichs nicht gewusst, würde ich an eine schnöde deutsche Herkunft nicht glauben wollen.
Gefolgt wurde er von Phoebe Kreutz, einer New Yorker Sängerin, deren Musik an eine ongoing Comic-Opera im Stile Mary Poppins erinnerte. Irgendwie Süß, und hat die erste Zugabe des Abends wirklich verdient.
Man sieht, es fällt schwer überhaupt eine textliche Wiedergabe oder gar Interpretation der Musik an sich zu erstellen. Manche Dinge können halt nicht beschrieben werden und leben irgendwie vom Moment und verschwinden dnan sofort wieder. Das hat ja auch was Reizvolles.
Die letzte Gruppe des Abends waren die unglaublichen Ching Chong Song. So eine Art Popduo auf musikalischen - und mutmasslich drogentechnischen Abwegen. Sängerin Julia LaMendola schien so entrückt von der Welt und trotzdem noch irgendwie klar zu sein, dass es fast schon wieder lustig wirkte. Wobei die Songs, unterstützt mit ihrer mädchenhaften Stimme (Punk-Opera oder so, nennt man das wohl) immer durchaus ernst gemeint zu sein schien. Hatte was souliges. Trotdem genauso ungreifbar, wie die Künstler davor.
Gerade jetzt, zum Abschluss dieses kleinen Beitrages überlege ich, ob ich bis zu diesem Zeitpunkt in diesem Jahr ein ähnlich gutes Konzert in Rostock gesehen habe. Abgesehen von einigen Elektropunk Indietronic - Sachen, sicherlich nicht.
Daher meine Empfehlungen zum reinhören:
http://www.myspace.com/chingchongsong
http://www.myspace.com/lehorrorme
http://www.myspace.com/phoebekreutz
Die Empfehlungen zum Wochenende
April 20, 2007
Bald ist der Monat vorüber und damit für die meisten meiner Leser auch deren Geld. Grund genug also, noch mal ein Wochenende dekadent zu saufen. Aber lasst euch gesagt sein: Lasst die harten Drogen sein, trinkt lieber noch einen!
Dieses Wochenende sollte man wohl unser aller lieblingsdefizitären Club besuchen: Die Stubnitz. Heute Abend (Es ist Freitag btw…) gibts da ein wenig Prosanova, was erfahrungsgemäß ganz nett sein kann. Danach dann Anti-Folk aus New York. Da ich zu faul bin, jetzt die ganzen kruden Bandnamen aufzuschreiben, müsst ihr jetzt mal in die Terminleiste rechts blicken. Besonders zu empfehlen sind da Phoebe Kreutz.
Hier ein Video besgater Band:
Am Samstag muss man dann wohl aus musikalischen wie aus auch politischen ebenfalls die Stunitz besuchen. Dann gibts da die grossartigen Egotronic. Leider im Zusammenhang mit den üblichen Deppen-Atzen-Techno-Veranstaltungsdingern, die es leider viel zu viel auf der Welt gibt. Aber was solls. Stopf ich mir halt den Schritt mit Taschentüchern aus.
Heute: Visuell versagen.
April 18, 2007
Ja, ab und an lese ich auch mal auf jetzt.de rum, wenn mir langweilig ist. Nicht, dass es die Langeweile vertreiben würde, doch irgendwie fühlt man sich dann besser aufgrund der nichtssagenden Wichtigtuer (ironischerweise machen die auch nichts Anderes als ich). Man sieht halt: “Aha, gibt also auch noch andere Dödel auf der Welt.
Ich habe ja bereits wiederholt meine Vorliebe für dämliche Internet-Tests bekundet, kam also um den “Kenn’ die Indieband - Test” auf jetzt.de nicht herum. Kost’ ja nüscht. Da gehts um halt so unglaublich lässig wirkende Pressefotos, wo alle möglichst rockermässig gucken müssen. Ganz dämliche Sache, so ne’ Pressefotos. Kein Wunder, dass man da niemanden auseinanderhalten kann. Dementsprechend war dann auch mein Ergebnis: 30% erkannt. Vielleicht liegts an meiner sowieso eher nicht vorhanden visuellen Kompetenz, vielleicht aber auch nur daran, dass ich mich eigentlich immer nur für die Musik interessiere. Band - und Titelnamen gehen mir immer so schnell aus dem Gedächtnis oder bleiben erst gar nicht drin. Was sollen die auch in meinen kruden Gehirnwindungen? Und dann auch noch Fotos erkennen? Ich kenn ja auch nicht den Geruch von Gemälden (meist moderig, aber ansonsten…?).
Muss man mal mitgemacht haben. Aber ansonsten ist das alles doch eher einfach nur noch traurig. Zumal man dem grössten Teil der dort aufgelisteten Bands ihren “Indie” - Status absprechen möchte. Falls es den überhaupt noch gibt. Is’ ja auch egal. Ich hör jetzt wieder Udo Lindenberg. Panikorchester mit Lukas Hilbert und so. Manchmal kommt die Erlösung vom Scheiß auf der Welt aus Ecken, die man niemals erwartet hätte.
Neue Ankündigungen
April 17, 2007

Vorbei die glückseeligen Zeiten, als man hier noch geschätzte 5-10 neue Konzerte ankündigen konnte. Der Sommer ist da und mir scheint, als ob die nächsten Wochen nicht allzuviel los sein wird. Grund genug, ein bisschen genauer hinzuschauen. Man darf ja nix verpassen heutzutage. Die digitale Boheme ist da unerbttlich. Und wer nicht spurt wird nicht verlinkt.
Genug der Seitengenerierungsbegriffe. Hier die Fakten:
27.04.2007: Das Magazin im Literaturhaus - Ausstellungseröffnung und Literarisches Bilderrätsel mit Nadia Budde und Thomas Richter Eigenhufe
28.04.2007: MAU Club - Bär trifft Greif - Die Leseparty veranstaltet vom Literaturhaus und Das Magazin.
03.05.2007: Max Goldt liest in der HMT. Man beachte die starke literarische Ausrichtung dieses Beitrags.
20.05.2007: Beatplanet im Moya. Wie die das Moya füllen wollen, ist mir schleierhaft. So wirklich gut sind die auch nicht, sind jedoch der Vollständigkeit wegen hier erwähnt. in die begehrte Terminleiste werden sie aber trotzdem nicht aufgenommen. Ebenso habe ich soeben beschlossen, dass Mia aus derselben verschwinden. Über Bono denke ich noch nach.
10.08.2007 - Polarkreis 18 auf der Hanse Sail. Muss man mal schauen, wie deren Immergutauftritt wird. Dann könnte man sich ja eventuell auch mal wieder auf der Hanse Sail rumtreiben. Ich schätze mal ganz gewagt, dass das alles irgendwas mit der LOHRO - Bühne (sofern es denn eine geben wird) zu tun hat.
Umzug komplett!
April 17, 2007
Willkommen daheim. Alles sollte so sein, wie ihr es gewohnt seid. Nur ein paar Kommentare sind durcheinander gewirbelt worden. Unzuverlässiges Personal ist schuld. Mutmasslich. Seid doch bitte so nett und ändert eure Links usw usf. Auf gute nachbarschaft dann.
Neue Bestätigungen für das Immergut 2007
April 16, 2007

Zuerst die schlechten Nachrichten: Das Immergut 2007, immerhin eines der wichtigsten Festivals in unserem schönen Bundesland der Seen und Wälder, ist bereits seit geraumer Zeit ausverkauft.
Ausserdem wird der grossartige Jens Lekman es nicht schaffen, dieses Jahr dort aufzutreten. Aber so ist das halt mit Festivals: Zu - und Absagen allerorten. Und dabei haben wir uns alle schon so gefreut. Gute Nachrichten gibts natürlich auch. Die stecken ja immerhin irgendwie schon im Festivalnamen drin. Es gibt 4 neue Bestätigungen, welche das line-Up auf bisher 18 Zusagen anschwellen lassen. Als da wären:
Lichter, Finn., Someone Still Loves You Boris Yeltsin, Tied & Tickled Trio
Die Empfehlung zum Wochenende
April 12, 2007

Is ja logen, das mit Leander. Was auch sonst?
Der Samstag jedoch gestaltet sich ein wenig zwiespältiger. Prinzipiell müsste ich jetzt wohl Indie Night im Exil im JAZ schreiben. Das findet so ca. einmal im Jahr statt. Ist immer um einiges leerer als im altbekannten MAU und neuerdings auch gleich bei mir um die Ecke. Keine Ahnung. Bier ist günstiger und musikalisch meistens ein wenig innovativer als die herkömmliche Indieschranzdingsbums. Kennt man ja. Monochrome find’ ich eher langweilig, aber wer das Kleingeld übrig hat kann da ja dann auch schon vorbei schauen. Ansonsten kommt glaub ich irgendwas mit Comedy im Fernsehen.
Ja Hallo erstmal,
April 12, 2007

Ich weiss ja nicht, ob sies schon wussten, aber anscheinend steht auch dieses Jahr wieder eine Campus Explosion an. Ob das dieses Jahr eventuell nicht in einem Debakel enden wird, hängt wahrscheinlich grösstenteils vom Line-Up ab, und vor allem, wie das im Vergleich zum Kastanienplatz Open-Air aussieht, welches knapp 1 1/2 Monate später stattfindet. Aber Der Ruf ist ja erstmal ruiniert. Da bookt es sich ganz ungeniert.
Die erste Verpflichtung ist die von mir hoch geschätzte Band “Karpatenhund”. Die bringen nun seit Jahren endlich mal ein Albm raus. Wahrscheinlich ein verspäteter Ausläufer der ganzen Deutsch-Pop-Indie-Rock-Welle. Schade eigentlich, hätten die Damen und Herren doch schon längst viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Das Ganze wird dann wahrscheinlich sowieso zerrissen. Hoffentlich nicht zurecht.
Bevor ichs vergesse: der angesetzte Termin ist der 07.07.2007. Wahrscheinlicher Ort sicherlich irgendwo in Rostock. Mutmasslich wieder Kastanienplatz. Hoffen wir das Beste.
Jetzt mal was in eigener Sache, Junge!
April 10, 2007
Is ganz klar: Der Quatsch hier nennt sich NoFidelity und dann gibts da noch die Bande von kuturell interessierten jungen Rostockern, die ihr Konglomerat genauso nennen, und dessen ich ein Teil bin. Schwer, da Grenzen zu ziehen und alles.
Daher wird jetzt hier mal ganz dolle und voll wahr klargestelt, dass das Eine mit dem Anderen zwar schon grundsätzlich irgendwo, irgendwie was miteinander zu tun hat.
ABER (und das ist ein wirklich grosses, furchterregendes aber): Es sind ja halt am Ende doch verschiedene Sachen. Das eine ein Kulturförderverein, das andere meine persönliche Spielwiese. ist schon klar, dass man das auf den ersten Blick nicht erkennen kann. Konsequenterweise
wird es hier dann demnächst eine kleine Namensänderung geben. Natürlich meinerseits. Und damit das Ganze nicht allzu kompliziert verläuft, bewege ich mich weiterhin auf bekannten Pfaden. Go!Fidelity wirds dann wohl heissen, die entprechende Domain ist bereits gesichert und alles wird knorke. Oder knutig.
Ebenso sollte an dieser Stelle die Chance ergriffen werden, die Unaktualität dieser Seiten zu entschuldigen. Real Life oder so nennt man das wohl, wenn man mal keine Zeit zum Scheiben hat. Sollte sich jetzt aber gegessen haben, das mit dem Real Life.
