Ein Rückblick… zurück!
April 23, 2007

Antifolk ist jetzt da. Geht hoffentlich auch nicht mehr weg und überhaupt mus das gross werden. Noch viel grösser. Heutzutage der Fernseher anzumachen und kulturell erweitert werden? Pustekuchen. Was da als pseudoalternativer Mist nicht nur über die ehemaligen Musiksender, sondern auch an Soundtracks durch 15Watt - TV - Lautsprecher in unsere Gehörgänge verwurstet kommt, ist schon lange nicht mehr das, womit man sich als geistig und kreativ eigenständiger Mensch identifizieren kann. Das beginnt bei Jack Johnson, geht über John Mayer rüber zu Adam Green und Konsorten.
Zeit also für ein Gegenkonzept.
Dieses nennt sich Antifolk und stammt (natürlich) aus Brooklyn (irgendwo in New York). Und wo heutzutage bei Singer / Songwritern das unbedingte Bedürfnis nach dem perfekten Popsong und der geschliffensten Produktion beherrscht, findet man im Antifolk die Antithese dazu.
Unperfekte Musik, Lo-Fi und DIY - Attitüde sind da wohl die richtigen Stichworte, um eine poptheoretische Eingrenzung herzustellen.
So langsam scheint das ganze auch in Rostock anzukommen, gab es doch am letzten Freitag in Zusammenarbeit mit den Prosanova - Leuten ein wunderschönes Konzert mit 3 Vertretern des Genre auf der Stubnitz.
Angefangen mit dem Berliner Heiko Gabriel und seines Solo - Projektes Le Horror Me, welches leider ein wenig kurz, jedoch sehr aussdrucksstark war. Hätt’ ichs nicht gewusst, würde ich an eine schnöde deutsche Herkunft nicht glauben wollen.
Gefolgt wurde er von Phoebe Kreutz, einer New Yorker Sängerin, deren Musik an eine ongoing Comic-Opera im Stile Mary Poppins erinnerte. Irgendwie Süß, und hat die erste Zugabe des Abends wirklich verdient.
Man sieht, es fällt schwer überhaupt eine textliche Wiedergabe oder gar Interpretation der Musik an sich zu erstellen. Manche Dinge können halt nicht beschrieben werden und leben irgendwie vom Moment und verschwinden dnan sofort wieder. Das hat ja auch was Reizvolles.
Die letzte Gruppe des Abends waren die unglaublichen Ching Chong Song. So eine Art Popduo auf musikalischen - und mutmasslich drogentechnischen Abwegen. Sängerin Julia LaMendola schien so entrückt von der Welt und trotzdem noch irgendwie klar zu sein, dass es fast schon wieder lustig wirkte. Wobei die Songs, unterstützt mit ihrer mädchenhaften Stimme (Punk-Opera oder so, nennt man das wohl) immer durchaus ernst gemeint zu sein schien. Hatte was souliges. Trotdem genauso ungreifbar, wie die Künstler davor.
Gerade jetzt, zum Abschluss dieses kleinen Beitrages überlege ich, ob ich bis zu diesem Zeitpunkt in diesem Jahr ein ähnlich gutes Konzert in Rostock gesehen habe. Abgesehen von einigen Elektropunk Indietronic - Sachen, sicherlich nicht.
Daher meine Empfehlungen zum reinhören:
http://www.myspace.com/chingchongsong
http://www.myspace.com/lehorrorme
http://www.myspace.com/phoebekreutz
Juni 5, 2007 at 3:05 Uhr nachmittags
sono eccitato circa questo luogo, buon lavoro!