Genau genommen schon über einen Monat, aber vielelicht hat der ein - oder andere nocht nicht mitbekommen, dass Josef einen Videoblog über das Leben an Bord der Stubnitz in A’dam bastelt. So ca. 14-täglich erscheint dieser und wird veröffentlicht beim sympathischen Fanzine RoteRaupe.

Die bisher 2 erschienen Folgen könnt ihr hier ansehen: http://www.roteraupe.de/index.php?site=specials&sub=stubnitz

Seit 15 Minuten sind die Türen geöffnet. Hier mal zitiert von der JAZ Webseite. Geht da hin. besser wirds in nächster Zeit in Rostock nicht.

Event description: live: The Book of Daniel (swe/ indierock)

Indie-Musik livehaftig zu Gast im JAZ: “The Book Of Daniel”, IndiePop-LauneFolk-Smash-Hits mit Trompete und Chorus für jede Gelegenheit. Aus dem Indieanerreservat Schweden kommen sie, vielköpfig auf der Bühne klingts nach Rufus Wainwright, Jeff Buckley & Van Morrison.
Das Buch Daniel gehört zum Alten Testament und erzählt die Geschichte des Propheten Daniel, der weil er an seinem Glauben fest hielt, die Höhle des Löwen unverletzt überlebte.
Die Band swingt und jazzt ohne sich um Genregrenzen zu scheren. Der Gospel des Saxophons, betört von Daniels Stimme, der Ruf der Gitarre knieend darnieder vor dem Altar, der das Piano ist.
Diese Musik stützt, gibt Kraft, nährt, diese Stücke bilden eine Rüstung, mit deren Hilfe man sich die Löwen vom Leib hält.
“The harvest-fly sings through the night, and the smell of chrysanthemum is palpable, so is the stench of piss”

http://www.thebookofdaniel.net/

Hals über Kopf - Floor ab 12
Deep Beat ‘em ( hh / Lohro )
Heimwerker (AK 34)
Djulien Ferrantes (hals über Kopf)
Visuals: MROK

Gestern Hui - Heute Pfui!

September 28, 2007

Mittwoch Abend war eigentlich die erste, mir recht gefällig gute Party an Bord (aboard, not on board for all you english suckers!) Skip The Rush und Melomaniacs + ein recht gutes DJ - Team, welches gekonnt The Cure mit Dr. Alban mixen konnte. Spitzen Sache so ein fähiges DJ Team. Muss man mal öfters einladen aufs grandiose NDSM Gelände, wo wir ungefähr seit 3 Wochen anliegen. Bild zum Gelände siehe unten:

Artsy Fartsy dann Gestern Abend. Unsere Kontaktfrau zur Amsterdamer Szene, Zoe, entführte uns (Josef und mich)  gästelistenplätzehalber zu einer Neon-Juppy-Techno-Party um dort  Smalltalkkontakte zu gewinnen, sowie Flyer und Eintrittskarten loszuwerden. Blöde Idee, wenn man an den eher alternativen Charme der Stubnitz denkt. Lohnenswert jedoch war der Abend allemal. Sogar doppelt. Erstens konnten wir kostenlos Uffie sehen, welche dort zu einem wahrscheinlich überspitzten Abendentgelt versuchte, die Leute zu animieren, und zweitens aufgrund der Erkenntnis, dass Uffie doof ist. Und Komplexe hat. Und überhaupt noch nie ein Künstler so viel unverdiente Aufmerksamkeit von ernsthafter Musikpresse bekommen hat, ausser Cat5 vielleicht. Die verlinke ich nicht mal. Ha!

So siehts aus, wenn mann Abends durch Amsterdam fährt!

Die tolle Veranstaltung wurde dann auch alsbald wieder verlassen, Josef und ich Richtung Rotlichtviertel, fahrradfahrenderweise. Dorthin ging es jedoch auch nur, da sich dort einige Jazzbars und Clubs tingeln und wir noch Flyer dort platzieren wollten. Endstation Saftbar mit frisch gepresstem Orangensaft für nur 3€ (inkl. Trinkgeld). Selbst als ausgesprochener Orangensafthasser war der toll. Ausserdem ein mit Schnittlauch unfreiwillig dekorierter  Kneipentisch - da kann man schon mal 25cent Trinkgeld geben.

Heute früh wie (fast) jeden Tag aufstehen und der Gedanke, nichts wirklich vorzuhaben. Der eisige Gang über den Flur von der Dusche zu meiner Kabine ließ mich jedoch überlegen die Innenstadt aufzusuchen und mir Handschuhe und Schal zu kaufen - vor allem in Anbetracht dessen, dass ich die nächsten Tage wieder zum Einlaßdienst an der Waterkant verdonnert wurde. Also ab in die bekannten Einkaufsmeilen der Weltstadt Amsterdam. Auch hier gilt: Am günstigsten kauft man immernoch bei H&M. 5€ für super Handschuhe und 6€ für einen mindestens genauso grossartigen Schal. Dazu noch Fingerkuppen von kleinen chinesischen Kindern mit eingewebt - das kommt wohlig.

Im übrigen bin ich ab sofort kein Tourist mehr. Ich wurde während meines Schlenderns durch die Stadt nach dem Weg gefragt (auf Englisch natürlich), und ich konnte sogar antworten, wusste also bescheid und war eingeweiht. Ich bin so gut, oder auch I amsterdam!!!

Zurück auf dem Schiff erschlug mich fast schon der Anblick des Landganges. Seit ca. 1 Woche wurde dort nüscht mehr gemacht. Selbst ist der Mann und 4 Mann, 4 Ecken also klar Schiff gemacht. Heute Abend ist nämlich Techno auf dem Schiff. Und da wollen wir uns doch alle schick machen. Ich werd wohl wieder klickern.

ps: Ich kenne übrigens den besten Niederländerwitz aller Zeiten:

Was passiert, wenn man 3x durch die Fahrschulprüfung fällt? Man kriegt ein gelbes Nummernschild! 

Rose Kemp im JAZ. War zwar letztes Jahr schon mal da, doch muss ich den netten Menschen vom JAZ und YNFND ein Kompliment für ihr tolles Booking in den letzten Monaten und in der Zukunft ausstellen.

Rose Kemp jedenfalls. Viele Worte in Zeiten von myspace und Co zu verlieren, wäre Verschwendung. Anhören - hingehen. 14.11.

Wieder mal zweideutige Überschriften hier. AV Lab ist der Ort des Geschehens, Coost und Kay sind schon ab Mittag am rauchen, neben mir wird Schlagzeug gespielt und ich versuche, mich an die letzten Tage zu erinnern. Umgekehrt chronologisch wäre vielleicht ne’ Maßnahme. 2 Days in a life onboard the MS Stubnitz!

  • gerade eben aufgestanden und geduscht (Nasszelle - 2×1m - nur mit Badelatschen zu betreten
  • schlafen gegangen (in solch einer Kabine wird übrigens mein Körper gebettet:
  • Abendbrot gegessen. Paprika/Kartoffelsupppe mit Hack.
  • Eis in der Innenstadt kaufen gewesen. Am Sonntag haben nur die innerstädtischen Albert Heijn’s auf. Eis fast geschmolzen, als ich auf Schiff war. Konsequenterweise fast einen ganzen Liter Eis gegessen (mit Erdbeeren!). Resultat: Bauchschmerzen.
  • Anspielung auf grüne Seite Amsterdams: Aufstehen und danach mit Josef, Luise und Anne im Vondelpark gewesen. Größter und bekanntester Park der Niederlande, nach englischem Gartenbau angelegt. Überteuerte Cola und Kaffee getrunken und trotz Eisappetit kein Eis gekauft.
  • Schlafen gegangen
  • The Low Frequency in Stereo auf der Stubnitz gesehen und danach zu Bam Bam Babylon abgespackt. Letzte privaten Bierreserven mit der Band versoffen. Im Gegenzug dafür Rostocker Doppelkümmel.
  • Samstag frei. Also ab zum Decemberists Konzert im Paradiso. Super Sache so eine olle Kirche. Die erste Hälfte des Konzerts verbrachte ich ca. 5 m von der Bühne entfernt, vorne links natürlich. Irgendwann gingen mir dann die Leute auf die Nüsse und ich begab mich auf den 2. Rang nur knapp 3 m unter der Gewölbedecke. Wunderschön. Colin Meloys Gesicht, sobald er beginnt lauthals und emotionsschwanger zu singen ähnelt sehr dem Ausdruck Bill Murrays in “Täglich grüßt das Murmeltier”. So Nagetierimitationsmäßig. Hier mal ein Video aus dem Paradiso: Die Decemberists performen 16 Military Wives:

48 Stunden rekapitulierend fällt mir gerade nur noch ein, dass ich ein weiteres Zitat von der Stubnitz anbringen könnte (obwohl es thematisch vielleicht nicht so passt - nur extra ein neuer Artikel wäre auch doof):

Anne:In Photoshop bin ich ja auch ne’ totale Niete.

Ich: Und wie machst du deine Flyer?

Anne: Mit Photoshop natürlich! 

Stubnitz halt. Heute werden weiter Flyer gebastelt und in Druck gegeben.

Subculture Test Nr. 2

September 21, 2007

Eben kursierte gerade hier bereits erwähnter Subculture Test im Stubnitz Büro. Maddis Antwort auf die Frage, ob er ne’ Bomberjacke besäße, war:

“Aller, ich hab mehr Bomberjacken als Landfriedensbruchanzeigen!”

“… Was der Debatte um die Zukunft des Populären fehlt, ist ein Begriff von Kultur, der über das Abfischen von Märkten und Zielgruppen hinausgeht…”

zu finden hier: http://www.zeit.de/2007/39/Popkomm?page=1

Eben gerade war ich im lastminuteticketshop, wo ich mir meine Decemberists - Karte für den 22. September in der Kathedrale des Indiepops, dem Paradiso in Amsterdam (eine alte Kirche in der Innenstadt), gesichert habe. Dort sieht es ungefähr so aus:

Abgehen wird es beim Konzert ungefähr so:

Als ich das grosse Glück hatte, sie im Frühjahr in Berlin sehen zu dürfen, beschloss ich zurecht, eben jenes Konzert zum besten zu erklären, welches ich je sah. Da spielt natürlich eine Menge Gefühlsdusselei mit, mag ich die Band doch so sehr. Jedenfalls wird das wieder super, super, super. Am selben Abend muss ich jedoch leider auch wieder zurück auf die Stubnitz und arbeiten. Wahrscheinlich wieder Einlass bei The Low Frequency in Stereo. Schiffbruch, auch hier in Amsterdam.

Heute Abend gibt es eine Labelnight eines der ältesten Independent-Labels der Niederlande: Zabel. Gespielt wird folgendes:

Und da freu ich mich schon die ganzen Tage drauf, da es wahrscheinlich der für mich musikalisch interessanteste Abend diesen Monat auf der Stubnitz wird. Freu, freu - sozusagen. Gestern hatten wir die Verarbeitung voll (das ist das Bardeck). Es gab Dixieland/Streetjazz und mexikanische Folkmusik. Die Bands haben lauter Freunde angeschleppt und bis 2 Uhr Nachts durchgespielt mit auf den Tischen tanzen und allem Drum und Dran.  Nette Sache.

Matschekopf

September 16, 2007

So siehts aus. Die letzten 2 Tage waren durch 2×20Stunden Dinge tun unterbrochen von 4 Stunden Schlaf neben einer Kreissäge geprägt. Augenringe bis auf Grund und überhaupt den Wunsch, Amsterdam zu besichtigen aber keinerlei Energie in meinem Körper vorhanden haben. Das Schiff schwankt, ich vertippe mich und nebenbei läuft wie schon seit Tagen The Kid.

Zur Zeit sitze ich im AV - Lab auf der Stubnitz, welche bekannterweise immernoch (übrigens bis zum 2.12. noch) in Amsterdam liegt.

Am Freitag hatten wir eine alljährliche Rock/Rockabilly Veranstaltung zu Gast. 600 Leute an Bord, 8 Bands und sehr entspanntes Publikum. Als elektronischen Abschluss des Abends gab es Kid606 mit sehr schön entspanntem Dubstep. Da war alles gut und die ganze Nacht draussen stehen bei gefühlten 5 Grad Celsius vergessen. Die hiesige Rockerszene kommt in Amsterdam übrigens ebenso mit dem Fahrrad und nicht mitm Moped. Überhaupt sehen die Menschein hier älter aus, als anderswo. Der Fakt, dass die Menschen hier im Schnitt mindestens 2 Meter grösser sind als überall sonst, bleibt jedoch stehen.

Erwähnenswerterweise habe ich an besagtem Freitag auch das lustigste Übergeben ever gesehen. Eine ca. 50 Jahre alte Frau in einem lustig aussehendem Waldmeistergrünen Wickelkleid schaffte es vom Bardeck nicht mehr rechtzeitig auf die (zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich eh unbrauchbaren) Toiletten und übergab sich über den gesamten kleinen Tresen. Fatalerweise hielt sie sich die Hand mit gespreizten Fingern vor den Mund, um so einen wunderschönen Streustrahl zu erzeugen. Zumindest hatte ich daher ein Unterhaltungsthema für den Abend.

Jedenfalls ist 7Uhr eine tolle zeit, um schlafen zu gehen und so begab ich mich in meine Koje. Meine Kabine teile ich mir übrigens mit meinem Mit-Azubi Dennis. Nur am Rande erwähnt. Pünktlich um 11:30 klingelte mein Wecker und ich begab mich daran zu duschen und allerlei sonstigen überflüssigen Kram zu machen. Als da wären: Amsterdamer Stadtpläne und Fährfahrpläne zu studieren, Brote zu schmieren und Mitcrewmitglieder zu wecken. Es wurde nämlich politisch. Ein lokales antifaschistisches Bündnis rief zu einer Demo irgendwo in einem abgelegenen Stadtteil Amsterdams auf. Diese dient zur Vorbereitung einer Gegendemo zu einem geplanten Hoschiumzug der lokalen Nationalen Vollpfostenpartei am nächsten Wochenende. Da war also Saufproleteneinsatz gefragt. Zu viert machte man sich auf den Weg - leider mit dem Auto und nicht wie geplant mit Fähre und Fahrrad. Zur Demo an sich gibt es nicht allzuviel zu sagen. Ruhig wars, Aufgenommen von den Anwohnern wurde es auch gut. Seltsamerweise hat es in Amsterdam funktioniert einen wild randalierenden, linken Terrormob mit nur insgesamt 10 Polizisten in Schach zu halten. Gut ausgebildet, die Kollegen hier, würd ich mal sagen.

Danach noch fix einkaufen gewesen um die Fahrt als Dienstfahrt zu tarnen. Käse für die Kombüse, Zitronen für die Bar. An Bord zurück wurde dann erstmal geschwitzt. Der Landgang, welcher aussieht wie Scheisse musste schön gemacht werden. Gelungen ist es teilweise, Josef ist ja begabt. Ich besann mich auf meine Stärken - roher Körperkraft und Ausdauer in Sachen körperlicher Arbeit. Planken schleppen und Sand schippen für den Weltfrieden und einen sicheren Landgang waren angesagt.

Zum Abendessen gab es dann Nudeln in Zucchini - Sahne - Soße (mit Speck!!!!). Josefs Freundin Luise, welche hier die Küchenfee und Assi-Köchin spielt (umgangssprachlich: Bulletenschmied), sorgt jedenfalls dafür, dass die Crew in den 2 Wochen hier ca durchschnittlich 2-3 Kilo zugelegt hat.

Abends jedoch gab es Haß. Minimaltechno auf jedem Floor. Das Schiff voll mit ca. 900 Leuten, mutmaßlich einer der grössten Parties des Jahres in Holland, die Stubnitz ausverkauft und Ticketpreise von bis zu 50€ auf dem Schwarzmarkt. Keine Ahnung, wer da aufgelegt hat - kling ja eh alles gleich. Aber den Leuten hats gefallen. Tekkerland Holland strikes back!

Hier kommen Leute mit 300€ an Bord und hinterlassen 50€ Trinkgeld. Und ich muss am Einlaß stehen, wo ohne Geld rumhantiert wird. Die Karten werden per Scankasse eingelesen und ich beschränke mich darauf, sicherheitstechnisch zu kontrollieren, dass das Schiff nicht überfüllt wird. So stand ich dort mit dem weltberühmten Axe - Klicker und klickte. 7 Stunden lang. Bis 9 Uhr geht die Party dann doch noch, danach wird noch grob Klar Schiff gemacht und ich liege  kurz vor 10 Uhr im Bett. Der Sonnenaufgang so gegen 7Uhr war jedoch wunderschön - ich aber tot. Etwa um 13 Uhr klingelte mein Wecker in Form einer überdimensionierten Kreissäge, die 4m neben meiner Kabine versuchte, Metall zu zerfetzen und mir Ärger zu bereiten.

Zum Mittag gab es Käsebrot und eine warme Dusche. Nun schreibe ich diesen Text und bin mit dem nächsten Satzendzeichen auch damit fertig.

Wer googelt hier nach mir? Wenn ich den erwische. Ich kann hier sehen, wenn mir mit einschlägigen Suchbegriffen hintergeherschnüffelt wird.