Oben: Das Concertgebouw

Dienstage auf der Stubnitz sind ab sofort was ganz Feines. Gestern Abend gab es sozusagen die Premiere des Saufproleten AO (Auslandsorganisation) Stammtisches in Amsterdam. Immerhin 8 Besatzungsmitglieder fanden sich bereit, per Fahrrad die Amsterdamer Innenstadt grölend unsicher zu machen und ihr letztes Geld zu verplempern.

Nach knapp 20min Fahrt zur Amstelstation (hier macht man wirklich alles per Fahrrad) fanden wir uns dann in einer kleinen, von aussen geschlossenen Kneipe ein, in welche man nur durch Klopfzeichen gelangte und im allgemeinen das Café Median zu einem Tempel der Behaglichkeit erstrahlen lässt (Gartenmöbel!). Aber bei 50cent für eine Flasche Bier ist das ganz okay gewesen.

Danach gings dann ab in die Innenstadt, wo irgendwer irgendwen in irgendeiner Kneipe kannte und auf umschlungensten Schleichpfaden auch dorthin fand. Teite Sache, wenn auch tendenziell touristenabzockemässig. Wenigstens gab es aufgrund besagter Bekanntschaftsverhältnisse erstmal eine Runde Jägermeister für alle. Netterweise durften wir uns auch ein wenig Musik aussuchen - hatten zufällig Gustavs “Rettet die Wale” dabei und erzückten das Publikum mit deutschem Liedgut. Rettet die Wale und fickt das System.

Die Rückfahrt via 24h Fähre inklusive Veerfahren in Nord Amsterdamer Industriegebieten war nicht weiter spektakulär. Grölerei und Stress mit Autofahrern, die (im Gegensatz zu uns) das Amsterdamer Prinzip des “Alles ausser Rostock und Fahrradfahren ist Scheiße!” nicht verstanden haben, werden hier noch oft genug vorkommen und erwähnt werden.

Zurück an Bord überkam uns noch ein künstlerischer Drang und ab gings ins Vorschiff, PA und Schlagzeug aufgebaut, um bis 8Uhr früh noch eine kleine Session zu veranstalten. Zum ersten Mal im Leben die Quetsche gespielt und eine weitere Einsicht, dass ich zum Musiker nicht geboren bin.

Heute früh dann mit Josef und Luise durch den Amsterdamer Innenstadtverkehr gequetscht und ab ins Concertgebouw. Dort finden jeden Mittwoch ab 12:30 klassische Konzerte für lau statt. Hauptsächlich besucht wurde das wunderschöne und weltberühmte Konzertgebäude von Rentnern und Schulklassen. Leider waren wir etwas zu spät und konnten nur noch die letzten 20 Minuten erleben. Seltsamerweise findet man es im Concertgebouw nicht für richtig, den Leuten mitzuteilen, was da nun überhaupt gespielt wird. Also an dieser Stelle keine Prahlerei mit Overtüren und Komponistennamen. Ist vielleicht auch besser so. Das Ganze wurde jedenfalls einhellig für gut befunden und wird nun regelmäßig besucht.

Morgen findet das erste richtige Konzert auf der Stubnitz statt. Stoner Rock und Stoner Doom sind angesagt, und die Spannung inwieweit das hier ankommt steigt ins Unermessliche ;)

Leave a Reply