Den Tag vor gestern, vorgestern, verbrachte ich auf zweierlei Arten. Dreierlei eventuell, das morgendliche aufstehen / duschen / anziehen / essen – Ritual sollte hier natürlich nicht unerwähnt bleiben.

Nach dem absolvieren derlei ermüdender Pflichtübungegn ging es wie jeden Mittwoch Mittag auf zum kulturellen Herzen der Niederlande – dem Museumsplein. Dort beheimatet ist seit Jahr und Tag schon immer das Concertgebouw – ebenso wie das lokale Musikkonservatorium, das Reichsmuseum, das Van Gogh Museum und alsbald auch wieder das städtische Museum.

Im Normalfall fährt man zu besagtem Lunchconcert immer dezent unvorbereit, nicht wissen, wer dort was darbietet. So kam es zB, dass ich in der Woche vor meinem Rostockbesuch mit 1000 Leuten im kleinenSaal des ehrwürdigen Konzerthauses eingesperrt war und mir 3 Sonaten für die Harfe anhören durfte. Eine Sonate ist ganz toll, zwei ebenso gut zu hören. Doch irgendwann verlässt auch den wackersten Piraten die Konzentration, insbesondere in Anbetracht vor ihm tobender, zum Konzertbesuch gezwungener Schulklassen.

Zum vorgestrigen Konzert machte sich jedoch voller Vorfreude und Enthusiasmus eine siebenköpfige Delegation (REKORD!) von der MS Stupids auf. Es spielte das Royal Concertgebouw Orchestra unter der Leitung Kurt Masurs.  Irgendwas von Tschaikowsky übrigens. Kann bestimmt ergoogelt werden.

Kurt schien etwas verärgert zu sein, fast erbost schwebte sein dirigierender Tattrich über den verängstigten Köpfen des Orchesters. So musste er das zweite Stück dann auch 3 mal abbrechen, da sich seine Zufriedenheit mit der Leistung einer Violinistin in Grenzen hielt. Nach dem dritten Anlauf brach er dann vollends ab und ging über zum dritten und letzten Stück. So kam es, dass die grosse Stunde des weltberühmten Kurt Masur hier in Amsterdam nur knapp 25 Minuten dauerte. Welch Scham sich doch im Herzen eines gestanden Künstlers aufbauen muss, der es doch bin in die hohen Weihen eines königlichen Orchesters geschafft hat, angesicht solcher Schulmeisterei.

Doch mit einem alten Dirigenten, welcher die gesamte Sinfonie aus dem Kopf konnte, mag man sich wohl doch nicht darüber streiten. Am Ende wird man ihm in derlei Fragen immer Recht geben.

Nach so viel Aufgewühltheit im Angesichte Tschaikowskys und Masrs (Tschaikowsky im übrigen ist ganz toll – nur dann auf die Dauer auch ein wenig pathetisch. Vielleicht zu “poppig”?) , stand uns allen der Sinn nach Zerstreuung. Und wer in Amsterdam Zerstreuung sucht, geht entweder zu den Damen in den neonbeleuchteten Schaufenstern, sucht einen Coffeeshop auf oder eben die Coffee Company. Eben diese ist eine stadtweite Cafe-Kette mit leichtem Start-Up-Yuppie-Charme, dafür aber mit hervorragendem Kaffe (habe ich gehört) und ebenso grossartiger heisser Schokolade (schon mehrmals probiert). Selbst preismässig ist das alles okay.

Nach dem obligatorischen “Wir trinken jetzt mal Cafe und unterhalten uns über Dinge” – Smalltalk verlangte es den meisten Leuten wieder nach dem Boote. Mir als pflichtbewusstem Veranstaltungshörnchen blieb jedoch nichts weiter, als zu Fuß durch Amsterdam zu wandern und diverse Jazz Locations aufzusuchen. Kraft meines Sakkos bin ich nun nämlich Jjazzbeauftragter der Stubnitz. Und dazu gehört nunmal auch das Flyern.

Manchmal wünschte ich meine Fahrradfahrphobie zum Teufel, so ein Spaziergang quer durch die Amsterdamer Innenstadt hat so gar nichts von Entspannung. Zumindest wurde der Rucksack von Bar zu Bar leichter.

Zu schreiben wäre vielelicht noch über die abendlichen Ereignisse, obwohl selbige sich nach einer Weile nur noch zu einem verwaschenen Etwas verbinden. Es gab nämlich eine Halloween Party auf dem Schiff. Man kennt das ja mit den Halloween – Parties. Hier ein Kürbis, da ein bisschen Spinnengewebe und 200 schwarzgekleidete Fuzzies, die keinen Alkohol abkönnen. Ich mal kreativerweise nicht als Zombi oder Zauberer oder Tod oder als was man sonst noch so geht zu solchen Anlässen, sondern zünftig als Pirat aufgetreten (ARRRRRR! NEVER MESS WITH THE GERMAN PIRATE!). Die letzte klare Erinnerung ist Felix’ Kabine, wo er, Astrid und ich noch Wodka – und Pfeffi – Vorräte klar gemacht haben. Danach dann Dusel und Aufwachen. Da folgen aber bestimmt noch ein paar grosartige Bilder, hab ich gehört. Gerüchteweise erzählt man sich von Oberkörper frei auf der Tanzfläche und Gruppentanz zu EBM. Luises Eltern (welche gerade zu Besuch sind) haben wohl auch einen eher amüsierten Eindruck von mir.

Mit eben diesem Schmunzeln verabschiede ich mich an dieser Stelle, bis päter – Cheerio!

4 Responses to “Mal wieder Lunchconcert im Concertgebouw”

  1. Treas Says:

    ich habe alleine 10 rechtschreibfehler entdeckt. wer sie alle findet (und vielleicht noch mehr), kann sich ja mal hier bei den comments melden und dann gibt es eine kleine überrrrrrrraschung!


  2. mit sowat kann ich nicht um.

    Aber sage mal: du und Oberkörperfrei?

  3. Treas Says:

    kannste ma säyn! hab wohl noch mit felix zusammen die olle astrid angetanzt. und schulle war dann auch irgendwann oberkörperfrei, aber mit lederjacke!. der hat aber auch noch gekotzt und die sängerin der band abgeschleppt. muha. so geht das hier ab.

    PFEFFI – DER ABSYNTH DES KLEINEN MANNES!

  4. fauli Says:

    ohä, wat man net allet höhrt von euerm nächtlichen treiben, nöi nöi! also, da bin ich ja wirklich entsetzt! ausser von “dem herrn schweissä”, von ihm kennt man so n verhalten ja nur zu gut…grüße aus hro, michi


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