Gestern beinahe 2 mal tot gefahren worden.
September 12, 2007

Oben: Das Concertgebouw
Dienstage auf der Stubnitz sind ab sofort was ganz Feines. Gestern Abend gab es sozusagen die Premiere des Saufproleten AO (Auslandsorganisation) Stammtisches in Amsterdam. Immerhin 8 Besatzungsmitglieder fanden sich bereit, per Fahrrad die Amsterdamer Innenstadt grölend unsicher zu machen und ihr letztes Geld zu verplempern.
Nach knapp 20min Fahrt zur Amstelstation (hier macht man wirklich alles per Fahrrad) fanden wir uns dann in einer kleinen, von aussen geschlossenen Kneipe ein, in welche man nur durch Klopfzeichen gelangte und im allgemeinen das Café Median zu einem Tempel der Behaglichkeit erstrahlen lässt (Gartenmöbel!). Aber bei 50cent für eine Flasche Bier ist das ganz okay gewesen.
Danach gings dann ab in die Innenstadt, wo irgendwer irgendwen in irgendeiner Kneipe kannte und auf umschlungensten Schleichpfaden auch dorthin fand. Teite Sache, wenn auch tendenziell touristenabzockemässig. Wenigstens gab es aufgrund besagter Bekanntschaftsverhältnisse erstmal eine Runde Jägermeister für alle. Netterweise durften wir uns auch ein wenig Musik aussuchen - hatten zufällig Gustavs “Rettet die Wale” dabei und erzückten das Publikum mit deutschem Liedgut. Rettet die Wale und fickt das System.
Die Rückfahrt via 24h Fähre inklusive Veerfahren in Nord Amsterdamer Industriegebieten war nicht weiter spektakulär. Grölerei und Stress mit Autofahrern, die (im Gegensatz zu uns) das Amsterdamer Prinzip des “Alles ausser Rostock und Fahrradfahren ist Scheiße!” nicht verstanden haben, werden hier noch oft genug vorkommen und erwähnt werden.
Zurück an Bord überkam uns noch ein künstlerischer Drang und ab gings ins Vorschiff, PA und Schlagzeug aufgebaut, um bis 8Uhr früh noch eine kleine Session zu veranstalten. Zum ersten Mal im Leben die Quetsche gespielt und eine weitere Einsicht, dass ich zum Musiker nicht geboren bin.
Heute früh dann mit Josef und Luise durch den Amsterdamer Innenstadtverkehr gequetscht und ab ins Concertgebouw. Dort finden jeden Mittwoch ab 12:30 klassische Konzerte für lau statt. Hauptsächlich besucht wurde das wunderschöne und weltberühmte Konzertgebäude von Rentnern und Schulklassen. Leider waren wir etwas zu spät und konnten nur noch die letzten 20 Minuten erleben. Seltsamerweise findet man es im Concertgebouw nicht für richtig, den Leuten mitzuteilen, was da nun überhaupt gespielt wird. Also an dieser Stelle keine Prahlerei mit Overtüren und Komponistennamen. Ist vielleicht auch besser so. Das Ganze wurde jedenfalls einhellig für gut befunden und wird nun regelmäßig besucht.
Morgen findet das erste richtige Konzert auf der Stubnitz statt. Stoner Rock und Stoner Doom sind angesagt, und die Spannung inwieweit das hier ankommt steigt ins Unermessliche ![]()
MS Alcoholica - Full of Narcotica!
September 10, 2007

Falls ihr mich mal besuchen kommen wollt - siehe Darstellung oben!
Vorbei die Zeit der Kulturlandschaft Rostock. Mich gibt es für die nächsten 3 Monate in
Amsterdam. Schön für mich. Schlecht für Rostock.
Dort sitze ich mit der MS Stubnitz im Nord - und damit Industrieteil der Stadt fest. Schöne Ansicht auf die City (ungefähr als würde man in Gehlsdorf sitzen und auf die andere Seite schauen) - doch ebenso wie in Rostock schwer zu erreichen. Wobei der Vorteil für Amsterdam ist, dass hier in den leerstehenden Werfthallen alternative Kultur und Kunst - Projekte ihre Heimat finden konnten (so fand in den letzten 2 Tagen das “Urban - Action - Festival” statt) und die Fähre Tag - und Nacht alle 30 Minuten fährt. Und das kostenlos!
Soweit zur Erläuterung der Verkehrssituation. Wobei vielleicht noch angemerkt sein sollte, dass die Fahrt hierher ruhig verlaufen ist und Josef (mein Mitauszubildender) einer der
wahrscheinlich besten Autofahrer der Welt ist und uns ohne Probleme und quasi ohne den
Gebrauch einer Karte ans Ziel gebracht hat. Getrübt allerdings wurde die Fahrt durch den Fakt, dass die olle Klapperkiste mit der wir unterwegs waren kein funktionierendes Autoradio besitzt (Stubnitz halt) und man mit ihr eigentlich nur 110km/h fahren sollte (auch Stubnitz halt), man uns dDieses jedoch erst im Nachinein erzählte und wir also mit 160km/h durch die norddeutsche Autobahnlandschaft fuhren und uns wundern mussten, warum das Auto langsamer wurde, sobald man aufs Gas ging und in unregelmäßigen Attacken anfing zu holpern. Schön.
Hier auf der Stubnitz ist alles entspannt. Josef und ich wurden zu den PR - Verantwortlichen erklärt und verbringen die Tage damit, uns möglichst kostengünstige Quatschideen einfallen zu lassen, um Amsterdam zu verwirren - mit mäßigem Erfolg. Aber kommt noch.
Am Samstag gabs die erste Party. Techno, House und Acid. Harte Drogen waren prinzipiell verboten und musikalisch war das auch gar nicht so schlecht, wie es sich anhört. Ich hatte
mich jedoch bereit erklärt, auf dem Vordeck Wache zu schieben und aufzupassen, dass niemand versucht die Notausgangsgangway als Aufgang zu missbrauchen. Sehr interessant, dieser Job.
Zum Glück hat sich Josef bereit erklärt, bei solch einer verantwortungsvollen Arbeit
mitzuhelfen, und so saßen wir Beide und seine Freundin Luise bis 6Uhr früh bei Regen und Wind auf dem Oberdeck. Ich trank Bier, die anderen Mate. Rumpöbeln brauchten wir auch nicht - die Niederländer sind allesamt sehr umgänglich. Haben se’ noch mal Glück gehabt - man kommt ja schließlich aus Rostock, der Hauptstadt des Rumpöbelns.
Interessant war auch mein erster Ausflug in die Amsterdamer Innenstadt. Björn drückte mir 1000€ in die hand und meinte: “Geh mal günstig in Kleingeld wechseln”. Für ihn bedeutete “günstig” jedoch 5€ Gebühr. Ich überraschte ihn mit einer 30€ Rechnung. Soviel zum Thema Touristenabzocke. vielleicht interessiert den ein - oder anderen noch das Thema Bierpreise oder Preise im allgemeinen.
Vor allem Fleisch ist hier ein wenig teurer. Der Stubnitz kann das jedoch egal sein - gibt
es doch fast immer vegetarisches Essen (welches meist recht lecker ist). Ausser gestern: Es gab Fleischberge. Nachdem grossartig angekündigt wurde, wie schnell diese doch verschwinden würden, schlug die Gewöhnung an das vegetarische Essen durch. Ein halbes Blech blieb liegen.
Welch Verschwendung - doch zurück zu den Preisen.
Süßigkeiten sind nur leicht teurer, Obst - und Gemüse sind gleich und selbst die Bierpreise sind recht angenehm. Zwischen 80cent und 3,50€ pro Liter ist schon annehmbar. Schade nur, dass man hier nur 0.25l - Flaschen bekommt. Mit 2 Zügen ist alles weg. Ich jedenfalls habe erstmal beschlossen, mein Biergeld auf der Stubnitz zu lassen. 1€ für eine heimatliche Dose Rostocker Pils ist ja auch nicht zu verachten.
Interessant, dass dieser Beitrag mit einer Betrachtung von Bierpreisen zu Ende geht. Spricht für mich und gute Zeiten. Bis die Tage auf diesem neuen Medium!