RSAG Sprayer Contest 2006
Januar 9, 2007

Schon den ganzen Tag habe ich überlegt, worüber denn mal wieder zu schreiben wäre. Nach bisher unvollendeter Arbeit unternahm ich also einen kleinen Streifzug durch die Weiten des Rostocker Stückes vom Internetkuchen (mmmmh…. Kuchen).
Eine sehr putizge Idee lief am Ende des ausgeklungenen Jahres auf den Seiten der RSAG (Rostocker Straßenbahn AG). Sprayer, Randalierer und Vandalen sind bekanntlich deren erklärter Todfeind und irgendwann muss man sich in den Chefetagen wohl gedacht haben, dass man jetzt doch endlich etwas gegen pubertierende Halbstarke und ihre Schlüsselbunde unternehmen muss. Das grandiose Resultat eifrigster Überlegungen ist anscheinend der “RSAG Sprayer Contest 2006″. Nette Idee bis dahin. Wenn auch ein wenig naiv. Und überhaupt wirken solche Aktionen immer sehr einfältig und an der Zielgruppe vorbei. Doch irgendwas wird man sich schon dabei gedacht haben.
Das ganze soll ungefähr so funktionieren: Angehende, oder bereits tätige Sprayer und Berufsbeschädiger schicken der RSAG unter Angabe ihres Namens, Adresse, Telefonnummer usw. usf Arbeitsbeispiele. Zu nennen sind da einfach nur harmlose Zeichnungen und Skizzen, aber auch Fotos von selbstproduzierten Kunstwerken oder aber einfach nur Tags. Nun unterstelle ich jedem halbwegs begabten (und damit auch intelligenten) Sprayer, dass er besseres zu tun hat, als seine Kontaktdaten samt Tags und Arbeitsbeispielen der RSAG zu überstellen. Die werden sicherlich auch mal ein Auge darauf werfen, ob die eingereichten Kunstwerke auch nur annähernd mit den subkulturellen Stadtverschönerungsmaßnahmen zu tun haben.
Daher ist wahrscheinlich sowieso anzunehmen, dass FALLS überhaupt eine kreative Seele darauf kommt, sich an dem ganzen Projekt zu beteiligen, diese wahrscheinlich überhaupt noch nie grossartig irgendwo, irgendwas getagged oder gesprüht hat (Ergo: Zielgruppe verfehlt). Falls doch, braucht das eine Menge Schneid. Oder eben Dummheit.
Über die Resonanz zu diesem Wettbewerb würde ich jedoch gerne einiges erfahren. Wenn du, lieber Chef von der RSAG, das hier also liest, scheue dich nicht, deine Motivationen oder Erfahrungen mithilfe der Kommentarfunktion zu verewigen.
Streetart Galore!
Januar 3, 2007

Nur über so schmuddelige Konzerte zu schreiben, macht am Ende auch nicht glücklich. Wichtig ist ja, was man ausdrücken will. Nicht wie man etwas sagt. Und hier gehts ja bekanntlich um Kunst. Um die ganz Große. Und manchmal eben auch nur um die, die dich für eine Sekunde zum Lächeln bringt.
Heute beginne ich damit, die in den letzten Jahren immer mehr verstärkt auftretende Streetart - Kunst Rostocks zu dokumentieren. Man kann ja sooft man will ganz laut und unüberhörbar “Vandalismus” rufen. Das wäre aber Quatsch bei so vielen, tollen Motiven. Raus aus dem Herzen, rauf auf den Post-Packzettel.
Einen ersten netten Überblik über die kunst des von mir sehr gemochten (mir aber auch unbekannten) Künstler Hajo gibt es HIER zu sehen (Lieber Hajo, wenn du diesen Link oder gar den ganzen Artikel entfernt haben möchtest, dann schreibe mir doch ganz unauffällig irgendwie hier eine Nachricht).
Also: Nicht über Streetart und dessen Beziehung zwischen der Freiheit der Strasse und der Freiheit der Kunst diskutieren, sondern lieber der Filzer-Industrie zu ungeahnten Umsätzen verhelfen!